Die atmenden Wände!

Was ist dran an dem Spruch?

Einige Medien oder Marketingstrategien suggerieren den Begriff der „atmenden Wände“, die dann ihre Wirkung zeigen, wenn die richtigen „atmungsaktiven“ Baumaterialien beim Hausbau verwendet werden. Dieser Begriff vermittelt den Eindruck, die Gebäudehülle sei aus atmungsaktiven Stoffen und eine Klimatisierung und Belüftung erfolgt automatisch durch die Wände. Das wäre zwar ein schöner Gedanke, ist in der Realität jedoch unmöglich.

Wir wissen seit Jahren, dass der innere und äußere Putz luftdicht ist. Dass Fenster und Türen sehr dicht gebaut werden. Auch das Dach lässt durch die Folien und Bitumen keine Undichtigkeiten zu. Wichtig bei den Aufbauschichten ist zwar durchaus, dass die Diffusion von Wasserdampfmolekülen nach außen hin durch die Baukörper möglich ist und durch einen fachgerechten Aufbau beschleunigt werden kann. Dies hat aber mit Atmung nichts zu tun.

Durch Untersuchungen wurde festgestellt, dass weniger als 1% der inneren Baufeuchtigkeit durch die Gebäudehülle abgeführt wird. Der notwendige Luftaustausch kann nur über eine kontrollierte Fensterlüftung oder durch eine mechanische Lüftungsanlage erfolgen.

Diesen Begriff der atmenden Wände hat das Marketing der Bauindustrie gefördert, um Produkten die Eigenschaft einer Schadens-Minimierung zu geben. Es ist und bleibt jedoch nur ein Spruch der Bauindustrie im Sinne der Werbung!

Fazit: die Gebäudehülle oder Wände können nicht atmen und sind nicht atmungsaktiv!

Die atmenden Wände!